Sollten Sie sich besonders dafür interessieren, wie Wissenschaft und Technologie die moderne Kultur mitgeprägt haben und es weiterhin auch tun und sind Sie vor allem neugierig, wie die Verbreitung von digitalen Daten auch die Wissenschaft verändern kann, gibt es im Master die Möglichkeit, diese Themen vertieft zu studieren.

Im Theoriemodul bieten wir eine Einführung in die Science & Technology Studies an. Dieses Feld führt interdisziplinäre Forscher*innen zusammen, die sich nicht nur mit der Prägung der Kultur und Gesellschaft durch Wissenschaft und Technik beschäftigen, sondern sich auch kritisch damit auseinandersetzen, wie Wissenschafts- und Technologieentwicklung diskriminierende Effekte erzeugen können, wie der Zugang zu Wissenschaft und Technologie sich ungleich gestaltet und nicht zuletzt wie Wissenschafts- und Technologieentwicklung auch unerwartete Konsequenzen haben können, wie zum Beispiel den Klimawandel. Die Science & Technology Studies machen jedoch nicht an der Kritik an Wissenschaft und Technik halt, sondern entwickeln selbst – oft in Kooperation mit Natur- und Technikwissenschaftler*innen – Konzepte und Methoden für eine demokratischere und gerechtere Wissenschafts- und Technikentwicklung. Dabei wird meistens von ethnographischen Perspektiven ausgegangen, die Stimmen und Praktiken, die weniger beachtet werden, untersuchen und in Projekte mit Natur- und Technikwissenschaftler*innen einbringen. Das Interesse für digitalen Daten ist auch dadurch entstanden, dass diese eine Möglichkeit bieten, Sachverhalte anders zu bearbeiten und in interdisziplinären Diskussionen einzubringen, als es uns durch detaillierte qualitative Beschreibungen gelingt. Letztere sind jedoch nach wie vor die Basis unserer Wissenschaftspraktiken.

Im Modul QMS bieten wir ein Seminar an, das sich konkret mit der Verbindung zwischen qualitativen und digitalen Methoden beschäftigt. Diese Frage wird vertieft im Forschungsmodul bearbeitet, in dem Studierende selbst Ihre Themen wählen und diese mit verschiedenen qualitativen und digitalen Methoden bearbeiten. Dabei wird immer mit reflektiert, wie die Rolle der*es Forscher*in, die Relation zwischen Forschung und weiteren Teilnehmer*innen sowie auch das Wissen selbst durch die neuen Methoden geprägt werden. Da die Science & Technology Studies stark vom Feminismus geprägt sind – weil Wissenschaft und Technik auch Geschlechterverhältnisse mitprägen – bietet wir auch im Modul Kultur und Geschlecht eine Veranstaltung zu einem relevanten Thema an.

Falls Sie in Ihrem Masterstudium (vor allem im Studienprogramm Kultur und Person) einen Schwerpunkt auf Wissenschafts- und Technikforschung legen wollen, bieten sich folgende Veranstaltungen an (können von Semester zu Semester etwas variieren):

  • MA QMS II: Qualitativ forschen mit digitalen Daten
  • MA ST I u II / KPKS: Wissenschaft und Technik: Die Kultur der Moderne. Einführung in die Theorien der Science & Technology Studies
  • MA ST I u II: Enjoying Theories (bis SoSe22) + ein weiteres Seminar vom Lehrstuhl Sørensen
  • MA K&G: Gender, Technology and Wellbeing (bis SoSe22) + ein weiteres Seminar vom Lehrstuhl Sørensen
  • MA FOR: Digitale Experimente
  • Als Fakultätsfremdes Modul bietet sich ein Modul aus dem Studiengang „History, Philosophy and Culture of Science“ an: https://www.ruhr-uni-bochum.de/philosophy/hps/
  • Masterarbeit bei Estrid Sørensen, inklusive MA/BA Abschlusskolloquium
  • Von anderen Lehrstühlen werden auch laufend Veranstaltungen angeboten, die zum Thema gut passen

Darüber hinaus können Sie laufend die RUSTlab Lectures besuchen: https://rustlab.ruhr-uni-bochum.de/rustlab-lectures/

Wir freuen uns darüber hinaus sehr über Studierendenteilnahme an Aktivitäten am RUSTlab. Falls Sie neugierig sind, melden Sie sich einfach unverbindlich unter rustlab@ruhr-uni-bochum.de